Zertifizierung für agile digitale Produktentwicklung: Welche lohnen sich?
Scrum.org oder Scrum Alliance? PSPO oder CSPO? Und was ist eigentlich mit diesem SAFe, von dem jeder zweite Konzern in seiner Stellenausschreibung spricht? Im agilen Produktmanagement gibt es eine ganze Reihe an Zertifizierungen und Weiterbildungen. Doch welche ist die passende für den nächsten Karriereschritt? Wir geben einen Überblick über die wichtigsten Zertifikate und verraten, welches sich wann lohnt.

Scrum
Scrum ist das mit Abstand verbreitetste agile Rahmenwerk für die Produktentwicklung. Statt ein Produkt einmal komplett durchzuplanen und am Ende abzuliefern, arbeitet ein Team in kurzen, festen Zyklen, den sogenannten Sprints.
Am naheliegendsten ist eine Zertifizierung für alle, die eine der Scrum-Rollen aktiv übernehmen wollen wie angehende Scrum Master und Product Owner. Gleiches gilt für Entwickler:innen, die in Scrum-Teams arbeiten. Sinnvoll ist eine entsprechende Weiterbildung darüber hinaus für Quereinsteiger und Berufseinsteiger sowie klassische Projektmanager:innen, die den Übergang in die agile Welt schaffen möchten.
Um Scrum-Kenntnisse nachzuweisen, haben sich zwei Zertifizierungen etabliert, die beide von Scrum-Mitbegründern ins Leben gerufen wurden. Was den Nachweis von entsprechendem Wissen angeht, haben diese jedoch unterschiedliche Wege eingeschlagen:
Scrum.org
Hinter Scrum.org steht Ken Schwaber, einer der Scrum-Begründer. Die bekanntesten Zertifikate sind der Professional Scrum Master (PSM) und der Professional Scrum Product Owner (PSPO).
Zertifiziert wird über ein Online-Assessment. Beim PSPO I sind 80 Multiple-Choice-Fragen in 60 Minuten zu beantworten. Um zu bestehen, müssen Teilnehmer bei mindestens 85 Prozent davon richtig liegen. Theoretisch ist es dabei sogar möglich, die Prüfung ohne vorherigen Kurs abzulegen.

Scrum Alliance
Die Scrum Alliance setzt mit dem Certified Scrum Master (CSM) und dem Certified Scrum Product Owner (CSPO) auf einen anderen Ansatz, frei nach dem Motto: Lernen durch Erleben.
Für den CSPO besuchen Teilnehmer:innen einen zweitägigen Workshop unter Leitung eines zertifizierten Trainers. Bestandteile des Lehrgangs sind Simulationen, Rollenspielen und gemeinsamer Backlog-Aufbau.
Anders als bei Scrum.org gibt es bei der Scrum Alliance keine harte Abschlussprüfung. Der Wert liegt im Netzwerk, im direkten Feedback und in den Soft Skills, die sich schlecht in einem Multiple-Choice-Test abbilden lassen. Zwei häufige Kritikpunkte sind die Notwendigkeit, die Zertifizierung alle zwei Jahre zu erneuern und die schwankende Qualität der Kurse je nach Trainer.
SAFe
Gerade in Stellenausschreibungen größerer Konzerne häufig als Anforderung genannt wird eine Zertifizierung in SAFe (Scaled Agile Framework). Für die Produktentwicklung relevant sind vor allem Weiterbildungen in SAFe POPM (Product Owner / Product Manager).
Um das POPM-Zertifikat zu erhalten, ist die Teilnahme an einem offiziellen Kurs Pflicht. Dieser ist Voraussetzung für eine abschließende Prüfung. Die autorisierte Schulung läuft typischerweise über zwei Tage und wird von SAFe Program Consultants (SPCs) durchgeführt. Ohne sie gibt es keinen Zugang zur Prüfung. Wie bei der Scrum Alliance auch, müssen SAFe-Zertifikate regelmäßig gegen eine zusätzliche Gebühr aufgefrischt werden.
Anders als Scrum trennt SAFe Product Owner und Product Manager in zwei getrennte Rollen. Der Product Manager arbeitet dabei eher strategisch und marktnah, der Product Owner näher am Team. POPM bündelt beide in einer Ausbildung. Inhaltlich geht es um die konkrete Arbeit in Projektteams wie Stakeholder Management, Priorisierung, Kundenorientierung und den Backlog.
Kanban
Kanban ist neben Scrum der zweite große agile Ansatz, funktioniert jedoch nach einer grundlegend anderen Logik. Statt in festen Zyklen zu arbeiten wie Scrum, setzt Kanban auf einen kontinuierlichen Fluss. Aufgaben werden gezogen, sobald Kapazitäten frei werden.
Kanban University ist die etablierte Zertifizierungs-Institution rund um die Kanban-Methode. Sie bietet einen aufeinander aufbauenden Zertifizierungspfad an. Letzterer beginnt mit dem Team Kanban Practitioner (TKP) als Einstieg, auf dem dann der Kanban Management Professional (KMP) und der Kanban Coaching Professional (KCP) aufbaut.
Im Vergleich zu Scrum und SAFe ist eine Kanban-Zertifizierung eher eine Nische. Bei Unternehmen, die jedoch ganz bewusst nach dieser Methode arbeiten, genießt sie einen hohen Stellenwert. Zertifikate öffnen Türen, ersetzen jedoch keine Erfahrung
Gerade bei größeren Konzernen kann der entsprechende Bildungsnachweis helfen, Filter im Bewerbungsprozess zu passieren. Viel wichtiger als das richtige Papier ist jedoch gerade bei modernen Tech-Unternehmen, Startups und Scaleups das passende Mindset und praktische Erfahrungen.
Die Product Management Weiterbildung unserer Digitale School vereint theoretisches Grundlagenwissen und künstliche Intelligenz mit der Praxiserfahrung führender Köpfe der Digitalwirtschaft. So stammen alle unsere Trainer aus der Praxis führender Tech-Unternehmen wie Airbnb, Zalando, Miro und Co. Am Ende der Weiterbildung erhalten Teilnehmende ein Zertifikat, das hohes Ansehen bei Tech-Entscheidern genießt. So bieten wir Absolvent:innen eine Jobgarantie für ihren Einstieg in die Tech-Branche. Mit dem Bildungsgutschein der Bundesagentur für Arbeit ist die Weiterbildung förderfähig und damit vollständig kostenlos.











