Systems Engineer: Aufgaben, Gehalt und Weiterbildung
Egal ob Fahrzeug, Medizingerät oder Softwareplattform: Produkte bestehen oft aus zahlreichen Komponenten, die zuverlässig zusammenspielen müssen. Genau hier setzt der Beruf des Systems Engineers an. Statt sich ausschließlich auf einzelne Bauteile, Softwarekomponenten oder Fachgebiete zu konzentrieren, betrachtet er das Gesamtsystem und insbesondere die Schnittstellen zwischen den einzelnen Bereichen.

Definition: Was macht ein Systems Engineer?
Eine präzise Definition der Disziplin liefert das International Council on Systems Engineering (INCOSE). Demnach ist Systems Engineering ein interdisziplinärer und integrativer Ansatz, mit dem komplexe Systeme erfolgreich entwickelt, genutzt und über ihren gesamten Lebenszyklus gesteuert werden. Ein Systems Engineer muss verstehen, wie einzelne Komponenten miteinander interagieren und welche Auswirkungen Veränderungen an einer Stelle auf das Gesamtsystem haben.
Beispiel: In einem Auto werden Motor, Steuergeräte, Sensoren, Infotainment, Assistenzsysteme, User Interface und Software von unterschiedlichen Spezialisten entwickelt. Der Systems Engineer muss nicht jedes dieser Gebiete bis ins letzte Detail selbst beherrschen. Seine Aufgabe besteht darin, sicherzustellen, dass Anforderungen, Schnittstellen und Abhängigkeiten berücksichtigt werden und die einzelnen Komponenten am Ende als Gesamtsystem funktionieren.
Dabei gibt es die Rolle in verschiedenen Ausprägungen, wie die Berufsbilder des Embedded Systems Engineers und des IT Systems Engineers zeigen.
Embedded Systems Engineer: Hardware trifft Software
Embedded Systems sind Computersysteme, die direkt in ein größeres technisches Produkt integriert sind und dort bestimmte Aufgaben übernehmen. Solche eingebetteten Systeme befinden sich beispielsweise in Fahrzeugen, Industrieanlagen oder medizinischen Geräten.
Ein Embedded Systems Engineer bewegt sich an der Schnittstelle zwischen Elektronik und Software. Zu seinen Aufgaben gehören die Entwicklung von Firmware, die Definition von Systemanforderungen, die Erstellung von Architekturen sowie die Analyse technischer Probleme. Kenntnisse in Programmiersprachen wie C oder C++ sind dafür ebenso Voraussetzung wie Erfahrung mit Mikrocontrollern, Computerarchitektur und hardwarenaher Software.
IT Systems Engineer: Fokus auf Infrastruktur und Betrieb
Typische Arbeitsfelder des IT Systems Engineers sind die Infrastruktur von Servern und Plattformen, Netzwerke, Betriebssysteme, Automatisierung sowie der stabile Betrieb geschäftskritischer IT-Services. Die Aufgaben reichen je nach Stelle von Planung und Implementierung über Monitoring und Wartung bis zur Fehleranalyse und Optimierung bestehender Systeme.
Damit überschneiden sich IT Systems Engineers teilweise mit Systemadministratoren, IT-Architekten oder DevOps Engineers. Der Schwerpunkt eines Systems Engineers liegt jedoch häufig stärker auf Konzeption und Architektur als auf dem laufenden Betrieb. So betrachtet er Abhängigkeiten zwischen verschiedenen technischen Komponenten, entwickelt Lösungen für neue Anforderungen und stimmt Änderungen mit der Produktentwicklung ab.
Wege in den Beruf: Zertifikate, Ausbildung, Studium
Einen einzigen vorgeschriebenen Ausbildungsweg zum Systems Engineer gibt es nicht. Je nach Branche kommen Absolvent:innen beispielsweise aus Informatik, Elektrotechnik, Maschinenbau, Mechatronik, Fahrzeugtechnik oder Wirtschaftsingenieurwesen.
Wer gezielt nach einem Master in Systems Engineering sucht, findet mittlerweile spezialisierte Studiengänge. Die Hochschule Landshut bietet beispielsweise einen Master of Engineering an, der unter anderem Systemdesign, Projektmanagement und Unternehmensführung miteinander verbindet und auf die Planung und Umsetzung komplexer Projekte ausgerichtet ist.
Neben einem Studium können sich Systems Engineers auch berufsbegleitend zertifizieren lassen. Im deutschsprachigen Raum ist insbesondere das SE-ZERT-Programm der Gesellschaft für Systems Engineering (GfSE) relevant. Die GfSE bietet den „Certified Systems Engineer (GfSE)“ in drei Kompetenzstufen an: von der Einstiegsstufe Level C über Level B bis zur höchsten Stufe Level A.
Weiterbildung zum AI Software Engineer
Mit dem zunehmenden Einsatz künstlicher Intelligenz in technischen Produkten verändern sich auch die Anforderungen an Systems Engineers. Insbesondere dort, wo komplexe Systeme einen hohen Softwareanteil besitzen, werden Kenntnisse in Softwareentwicklung und KI-Modellen immer relevanter. Eine Weiterbildung zum AI Software Engineer kann deshalb eine interessante Spezialisierung für Systems Engineers sein, die sich stärker in Richtung Software und künstliche Intelligenz entwickeln möchten.
Mit unserem zertifizierten AI Software Engineering Bootcamp geben wir Teilnehmenden das nötige Skillset an die Hand, um KI gewinnbringend in moderne Softwareprodukte zu integrieren. Dabei lernen Kursteilnehmer:innen von Trainer:innen aus der Praxis führender Unternehmen wie Zalando und Airbnb. Hier geht es zu den aktuellen Terminen und Inhalten des AI Software Engineering Bootcamps.
Gehalt: Was verdienen Systems Engineers?
Das Gehalt eines Systems Engineers liegt aufgrund der technischen Anforderungen vergleichsweise hoch, variiert jedoch erheblich nach Branche, Berufserfahrung, Unternehmensgröße und Spezialisierung.
Berufseinsteiger können in etwa mit 50.000 bis 55.000 Euro brutto im Jahr rechnen. Mit wachsender Berufserfahrung steigt das Gehalt deutlich. So liegt es nach zehn Jahren Berufserfahrung laut kununu im Durchschnitt bei knapp 75.000 Euro brutto jährlich. Auf einem ähnlichen Niveau bewegen sich Senior Systems Engineers mit rund 75.500 Euro, wobei je nach Unternehmen und Spezialisierung auch Gehälter von 90.000 Euro und mehr möglich sind.




